Kopfschmerzen

Kira Lutz
Aristra Dot 24. März 2021

Mehr als 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen sind laut der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft bekannt. Ob dumpf oder stechend, schleichend oder ganz plötzlich – Kopfschmerz kennt viele Formen. Fast jeder Mensch ist davon ein- bis mehrmals im Jahr betroffen.

Auch aktuell sind Kopfschmerzen in der Presse sehr präsent. Sie können ein Symptom für die sogenannte Sinusthrombose (in der Presse oft auch Sinusvenenthrombose) sein. Die Covid19-Impfung des Herstellers AstraZeneca steht in Verdacht, diese Thrombose in sehr seltenen Fällen auslösen zu können. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist der beste Weg, um diese Thrombosen zu entdecken oder auszuschließen.

Es wird zwischen zwei Untergruppen unterschieden: den primären und den sekundären Kopfschmerzen. Während die primären Kopfschmerzen auf keine erkennbare Ursache zurückgehen, treten die sekundären Kopfschmerzen als Warnsignal für eine andere Störung auf. Zum Beispiel nach Verletzungen des Kopfes; bei Infektionen; als Nebenwirkung von Medikamenten; bei Schädigungen der Halswirbelsäule; bei Gehirntumoren; oder auch bei Erkrankungen von Hals, Augen, Ohren, Nase, Nasennebenhöhlen oder den Zähnen. Beispiele für primäre Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen.

Bei Patient:innen mit primären Kopfschmerzen zeigen sich unauffällige Befunde in neurologischer und neuroradiologischer Diagnostik. Patient:innen mit sekundären Kopfschmerzen weisen eine zugrunde liegende, und in der Bildgebung meist darstellbare Pathologie, auf.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist bei der Kopfschmerzabklärung das Verfahren der Wahl. Sie kann subtile Hirnstrukturen kontrastreich und ohne Röntgenstrahlen abbilden. In hochakuten Situationen und bei Gründen, die gegen eine MRT-Untersuchung sprechen (sogenannten Kontraindikationen) kommt die Computertomographie (CT) zum Einsatz. Die CT geht jedoch mit einer erhöhten Strahlenbelastung einher.

Symptome und Ursachen von Kopfschmerzen in der Übersicht

Primäre Kopfschmerzen

  • Spannungskopfschmerzen
  • Migräne
  • halbseitiger Kopfschmerz wie der Cluster-Kopfschmerz

Sekundäre Kopfschmerzen

Sind Kopfschmerzen die zum Beispiel zurückzuführen sind auf

  • eine Kopf- und/oder Halswirbelsäulen-Verletzung wie ein Schädelhirntrauma (z.B. Blutungen)
  • Gefäßstörungen im Bereich des Kopfes oder Halses (Schlaganfall mit Verschluss eines arteriellen Gefäßes, Sinus- bzw. Venenthrombosen durch Verschluss von venösen Gefäßen)
  • einen Tumors (gut- und bösartig)
  • die Zufuhr oder den Entzugs bestimmter Substanzen wie Schmerzmittel, Östrogene zur Verhütung, Nitrate
  • eine Infektion wie Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Encephalitis (Entzündung des Gehirns)
  • Bluthochdruck
  • Kopf- oder Gesichtsschmerz durch Erkrankungen des Schädels sowie von Hals, Augen, Ohren, Nase, Nasennebenhöhlen, Zähnen, Mund oder anderen Gesichts- oder Schädelstrukturen (z.B. Nasennebenhöhlenentzündung)
  • psychiatrische Störungen

Beispiel für einen sekundären Kopfschmerz

Sinus- bzw. Venenthrombose

Bei der Sinus- bzw. Venenthrombose kommt es aufgrund einer Thrombose in den zerebralen Venen und drainierenden Sinus zu einer venösen Abflussstörung. Das Leitsymptom sind akute bis chronische Kopfschmerzen. Weitere Symptome können unter anderem sein: epileptische Anfälle, neurologische Ausfälle, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Übelkeit/Erbrechen, Nackensteifigkeit.

Klinisches Fallbeispiel: 35-jährige Patientin mit seit einigen Tagen starken Kopfschmerzen

MRT nach Kopfschmerzen | Die MR-Venographie zeigt im Vergleich zur Gegenseite einen Verschluss des Sinus transversus und des Sinus sigmoideus links (gelber Pfeil)
Die MR-Venographie zeigt im Vergleich zur Gegenseite einen Verschluss des Sinus transversus und des Sinus sigmoideus links (gelber Pfeil)
MRT nach Kopfschmerzen | Kontrastmittelunterstütze Sequenz (T1w) mit Thrombusnachweis (gelber Pfeil)
Kontrastmittelunterstütze Sequenz (T1w) mit Thrombusnachweis (gelber Pfeil)
MRT nach Kopfschmerzen | MR-Venographie und kontrastmittelunterstützte Sequenz nach Therapie mit wieder regelrecht durchflossenem Sinus transversus und Sinus sigmoideus links
MR-Venographie und kontrastmittelunterstützte Sequenz nach Therapie mit wieder regelrecht durchflossenem Sinus transversus und Sinus sigmoideus links
MRT nach Kopfschmerzen | MR-Venographie und kontrastmittelunterstützte Sequenz nach Therapie mit wieder regelrecht durchflossenem Sinus transversus und des Sinus sigmoideus links
MR-Venographie und kontrastmittelunterstützte Sequenz nach Therapie mit wieder regelrecht durchflossenem Sinus transversus und des Sinus sigmoideus links

Leiden Sie an starken Kopfschmerzen? Eine MRT des Gehirns bei ARISTRA kann Ihnen helfen, sekundäre Ursachen auszuschließen und eine weitere Behandlung zu planen. Mehr Informationen zur Untersuchung finden Sie hier:

Literaturangaben

  • International Classification of Headache Disorders, 3rd edition, Cephalalgia 2018, Vol. 38(1) 1–211
  • Headache patients in routine clinical practice. When are additional instrumental examinations indicated? A May, HC Diener. Schmerz 2007 Feb;21(1):43-8
  • www.dmkg.de (Deutsche-Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.)

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