Schmerzende Achillessehne – Ursachen, Diagnostik & Therapie

Andrea Rosskopf
Aristra Dot 14. Mai 2021

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des Körpers. Dennoch ist sie leider sehr anfällig für Verletzungen. Eine Reizung oder Entzündung (auch Tendinitis) führt dazu, dass die Achillessehne dauerhaft schmerzt. Zu anhaltendem Schmerz kommt es auch, wenn die Achillessehne angerissen oder komplett gerissen ist.

Vor allem Sportarten wie Joggen, Tennis, Fußball, oder Basketball führen häufig zu Schmerzen in der Achillessehne. Diese beginnen meistens im Ansatzbereich an der Ferse und setzen sich dann bis in die Wadenmuskulatur fort. Bei fortgeschrittener Verschlechterung (Degeneration) der Sehne können sogar kleinere (partielle) Risse in der Sehne oder ein kompletter Riss (Ruptur) der Sehne auftreten. Die Behandlung solcher Beschwerden ist meist langwierig. Der akuten Verletzungsphase mit Laufpause folgen meist Phasen mit immer wiederkehrenden Schmerzen an der Achillessehne und wiederholten, oft erfolglosen Versuchen, wieder ins Training einzusteigen.

Anatomie und Funktion der Achillessehne

Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Die Sehnen von drei Muskeln (M. soleus, sowie medialer und lateraler Kopf des M. gastrocmenius) verbinden sich spiralförmig zur sogenannten Achillessehne. An der Innenseite des Unterschenkels, neben der Achillessehne, verläuft außerdem die lange Sehne des M. plantaris. Durch Anspannung der zugehörigen Wadenmuskulatur führt die Achillessehne zu einer Beugung des Fußes nach unten. Ohne diese Beugung ist normales Gehen, Laufen oder Springen nicht möglich.

Anatomie im MR

Im MR-Bild erscheint die Achillessehne normalerweise schwarz und konkav.

Angrenzend an die Sehne befindet sich das Kager`sche Fettgewebe und ein Schleimbeutel (Bursa retrocalcanea).

Kager`sches Fettgewebe im MRT
Kager`sches Fettgewebe im MRT

Ursachen – Chronische Tendinopathie

Die Ursachen für eine chronische Veränderung der Sehnenstruktur (sogenannte Tendinopathie), die zu einer verminderten Belastbarkeit der Sehne führen, sind vielfältig.

  • Innere Faktoren: Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, genetische Veranlagung
  • Äußere Faktoren: Überbelastung, falsches Training, Medikamente (Kortison, spezielle Antibiotika (Fluorochinolone))

Diese Faktoren führen zunächst zu Veränderungen der Kollagenfasern in der Sehne, von denen der Patient zunächst nichts bemerkt. Erst im fortgeschrittenen Stadium (zunehmende Veränderungen der Kollagenfasern und Gefäßeinsprossungen) verusachen diese Veränderungen Schmerzen.

Dabei werden bezüglich der genauen Lokalisation folgende Arten der chronischen Tendinopathie unterschieden:

  • Tendinopathie im Mittelteil der Sehne: ca. 2-6 cm vor dem Ansatz der Sehne am Fersenbein
  • Tendinopathie direkt am Ansatz der Achillessehne am Fersenbein: hier löst oft ein Knochenvorsprung (die sogenannte Haglund-Exostose) die Sehnenveränderungen aus.

Bildgebung

Eine MR-Untersuchung kann helfen, den Zustand der Sehne zu beurteilen, den genauen Ort der Sehnenveränderung darzustellen sowie den Aktivitätsgrad der Entzündung (auch als Therapiekontrolle) einzuschätzen.

Bei Tendinopathie der Sehne am Fersenbein-Ansatz bilden sich oft Verkalkungen in der Sehne oder ein Knochensporn (sog. Achillessporn):

Behandlung

Die Behandlung erfolgt normalerweise mit konservativen Methoden, also ohne Operation. Dazu gehören folgende Therapieoptionen:

  • Exzentrische Dehnübungen und Stretching: Die klassische Übung erfolgt auf einer Treppenstufe: man stellt sich barfuß an den Rand einer Treppenstufe und stellt sich auf die Zehenspitzen. Diese Position wird für zwei Sekunden gehalten, anschließend wird dann die Ferse bis unter die Zehen abgesenkt
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie
  • Injektionen in und um die Sehne: plättchenreiches Plasma (PRP), Hydrodissektion, Kortison, Prolotherapie etc.

Falls innerhalb von 6 Monaten mit konservativen Maßnahmen keine Besserung der Beschwerden eintritt, wird in der Regel eine Operation empfohlen. Diese umfasst vor allem eine lokale Gewebeabtragung (sog. Debridement und Release). Bei Tendinopathien im Ansatzbereich der Achillessehne wird meist zusätzlich die verursachende Haglundexostose entfernt (reseziert). Bei größeren Defekten in der Sehne und gutem Zustand der Wadenmuskulatur kann die Achillessehne mit anderen Sehnen verstärkt werden (Sehnen-Graft). Falls die Wadenmuskulatur schon zu stark geschrumpft und verfettet ist, hilft nur noch ein Sehnen-Transfer. Meist wird dann der Flexor-hallucis-longus-Muskel samt Sehne versetzt und dient als „Ersatz“-Achillessehne.

MR bei ARISTRA

Die MR-Untersuchung bei ARISTRA kann sowohl bei der Diagnose einer Achilles-Tendinopathie helfen als auch andere wichtige Schmerzursachen (wie z.B. eine entzündliche Grunderkrankung) ausschließen. Des Weiteren können Behandlungserfolge MR-tomographisch dokumentiert und postoperative Komplikationen erkannt werden.

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