MRT bei Drehschwindel: Ursachen, Diagnose & Therapie

29. August 2025
Expertenprüfung durch:
Dr. med.
Michael Ho
Facharzt für Radiologie
Experte für periphere Nerven
Drehschwindel kann für Betroffene sehr beunruhigend sein. Das Gefühl, dass sich die Umgebung wie ein Karussell dreht, geht häufig mit Übelkeit, Erbrechen oder Gang- und Standunsicherheit einher. Doch woher kommt Drehschwindel eigentlich? Und was hilft bei Drehschwindel?

In unseren radiologischen Praxen bei ARISTRA bieten wir Ihnen eine umfassende Abklärung von Ursachen mittels moderner MRT-Technologie. Unser Netzwerk aus spezialisierten Radiologinnen und Radiologen arbeitet interdisziplinär, um die Ursachen Ihres Schwindels gezielt zu identifizieren oder auszuschließen – für Ihre Sicherheit und Lebensqualität.

Was ist Drehschwindel – und welche Symptome treten auf?

Drehschwindel ist eine spezielle Form des Schwindels. Betroffene beschreiben das Empfinden, dass sich alles um sie herum dreht – selbst im Liegen oder bei Ruhe. Dieses unangenehme Gefühl kann plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln.

Begleitend treten bei Drehschwindel oft Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Nystagmus (zuckende Augenbewegungen) oder auch Ohrgeräusche auf. Manche Patient:innen empfinden zudem Unsicherheit beim Gehen oder Stehen.

Es ist wichtig, Drehschwindel von anderen Formen zu unterscheiden: Während beim Schwankschwindel das Gefühl entsteht, wie auf einem schwankenden Schiff zu stehen, äußert sich Liftschwindel durch das Empfinden, nach unten gezogen zu werden. Eine genaue Einordnung hilft dabei, die passende Diagnose und Therapie zu finden.

Welche Schwindelarten gibt es?

SchwindelartTypische BeschreibungMögliche Ursachen
DrehschwindelGefühl, als drehe sich alles im Kreis (Karussellgefühl)Lagerungsschwindel, Morbus Menière, Vestibulopathie, Migräne, zentral neurologisch (z. B. Schlaganfall)
SchwankschwindelGefühl, wie auf einem schwankenden SchiffHWS-Probleme, Gleichgewichtsstörungen, psychogener Schwindel
LiftschwindelEmpfinden, als ob man fällt oder in den Boden gezogen wirdKreislaufprobleme, Blutdruckabfall, orthostatisch
Unspezifischer SchwindelDiffuses Benommenheitsgefühl, oft schwer zu beschreibenAngststörung, Stress, Nebenwirkungen von Medikamenten
Die genaue Abgrenzung gelingt am besten durch eine umfassende neurologische Anamnese und gegebenenfalls bildgebende Diagnostik wie eine MRT.
Mehr zu den verschiedenen Arten des Schwindels

Ursachen & Auslöser: Woher kommt Drehschwindel?

Die Ursachen von Drehschwindel sind vielfältig. Häufige Auslöser sind:
  • Gutartiger Lagerungsschwindel (BPLS): Ausgelöst durch kleine Kristalle („Ohrsteinchen“) im Innenohr, die sich bei Lagewechsel bewegen.
  • Vestibulopathie: Eine Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, meist einseitig, seltener beidseitig (bilaterale Vestibulopathie).
  • Morbus Menière / Menière-Krankheit: Eine Druckerhöhung im Innenohr führt zu wiederkehrenden Schwindelanfällen, oft begleitet von Tinnitus und Hörverlust.
  • Vestibuläre Migräne: Schwindelattacken treten im Rahmen einer Migräne auf – mit oder ohne Kopfschmerzen.
  • Schlaganfall: Ein plötzlicher Drehschwindel kann Hinweis auf einen Schlaganfall sein.
  • Psychogener Schwindel: Auch Stress, Angst oder depressive Verstimmungen können Drehschwindel auslösen.
  • Verspannungen: Verspannungen im Nacken oder Probleme im Nacken- und Schulterbereich (z. B. HWS-Syndrom) können einen Drehschwindel verursachen.
  • Neurologische Erkrankungen: Drehschwindel kann zum Beispiel ein Hinweis auf einen MS-Schub sein.
Sogar seltene Ursachen wie Drehschwindel in der Schwangerschaft, Drehschwindel während der Periode, nach einer Zahn-OP oder durch Medikamente sind möglich. Eine präzise Diagnostik ist entscheidend, um gezielt zu behandeln.

Wann tritt Drehschwindel auf?

Drehschwindel kann in unterschiedlichen Situationen auftreten:
  • Beim schnellen Aufstehen
  • In bestimmten Körperlagen (z. B. Drehschwindel im Liegen)
  • In stressigen Situationen (Drehschwindel durch Stress)
  • Nach körperlicher Belastung oder plötzlichen Kopfbewegungen
Typisch ist auch Drehschwindel im Liegen mit HWS-Beteiligung. Manche Patient:innen berichten sogar über Symptome, die sich nur in bestimmten Tageszeiten oder hormonellen Phasen zeigen.

Wann sollten Sie bei Schwindel zum Arzt gehen?

Ein plötzlicher, heftiger Drehschwindel ist immer ein Warnsignal. Tritt er zusammen mit weiteren Symptomen wie Sprachstörungen, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen auf, könnte ein Schlaganfall vorliegen. Hier zählt jede Minute – suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf!

Auch bei anhaltendem Schwindel, wiederkehrenden Anfällen oder wenn Sie zusätzlich unter Hörproblemen, Tinnitus oder Kopfschmerzen leiden, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Der erste Ansprechpartner ist oft der Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder die Neurologie.

Wie läuft die Diagnostik ab – und welche Rolle spielt die MRT?

Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese: Welche Form des Schwindels liegt vor? Welche Begleitsymptome bestehen? Darauf folgen körperliche und neurologische Untersuchungen sowie spezifische Tests zur Funktion der Gleichgewichtsorgane.

In vielen Fällen bleibt die Ursache trotz dieser Maßnahmen unklar. Hier kommt die MRT-Diagnostik ins Spiel. Unsere spezialisierten Radiolog:innen bei ARISTRA setzen modernste MRT-Geräte ein, um zentrale Ursachen wie Schlaganfälle, Tumore oder entzündliche Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose) auszuschließen.

Auch Erkrankungen des Innenohrs wie Morbus Menière lassen sich mit einem speziellen Hydrops-MRT nachweisen.
Die MRT bietet Ihnen:
  • Hochauflösende Bilder zur Diagnosesicherung
  • Ausschluss gefährlicher Ursachen wie Hirntumoren oder Durchblutungsstörungen
  • Unterstützung bei der Differenzierung ähnlicher Erkrankungen (z. B. vestibuläre Migräne vs. Morbus Menière)
Dank unseres ARISTRA-Expertennetzwerks wird jede Aufnahme bei Bedarf interdisziplinär begutachtet – für eine sichere und präzise Diagnostik.

MRT-Diagnostik bei Drehschwindel: Was lässt sich untersuchen?

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein wichtiges Instrument zur Abklärung von Drehschwindel. Sie hilft dabei, schwerwiegende Ursachen auszuschließen und gezielt zu behandeln.
Erkrankung / VerdachtUntersuchte KörperregionDauer der MRTKosten
SchlaganfallKopf / Gehirnca. 30 Minutenab 645 €*
Morbus MenièreInnenohrca. 30 Minutenab 690 €*
Vestibularisschwannom / TumorHör- und Gleichgewichtsnervca. 30 Minutenab 690 €*
* Die angegebenen Kosten sind nicht als Pauschalpreise, sondern lediglich als Orientierungshilfe zu verstehen. Die Gebühren für ärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) unter Berücksichtigung der Schwierigkeit und des Zeitaufwands der einzelnen Leistung sowie der Umstände bei der Ausführung nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung der individuellen Einzelumstände bestimmt. Werden entstehende Kosten nicht von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen, sind sie von der behandelten Person selbst zu zahlen.
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